Was heißt gentechnikfrei?

Die Gentechnik spielt mittlerweile in vielen Bereichen der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung eine große Rolle.

Bei den Kulturpflanzen sind es in erster Linie Soja, Mais, Raps und Baumwolle, bei denen gentechnisch veränderte Pflanzen in großem Maßstab angebaut werden.

1996 wurden in den USA die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesät, bis 2015 ist die Anbaufläche weltweit auf knapp 180 Millionen Hektar angestiegen.

Die durchgeführten gentechnischen Veränderungen sind in erster Linie eine Herbizidresistenz gegen den Wirkstoff Glyphosat, eingesetzt im Pflanzenschutzmittel Round up. Die zweite Eigenschaft von gentechnisch veränderten Pflanzen ist eine Insektenresistenz über Bt-Toxine. Das dafür verwendete Gen stammt aus einem Bodenbakterium (Bt, Bacillus thuringiensis), das diesen Wirkstoff produziert.

Im großen Bereich der Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe werden viele Stoffe mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. In der gentechnikfreien Produktion darf bei der Herstellung von Zusatzstoffen der letzte eingesetzte Mikroorganismus kein GVO sein. Dafür haftet der Hersteller durch seine Unterschrift auf einer Zusicherungserklärung.

Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe für Futtermittel dürfen keine gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) sein und auch nicht aus GVOs hergestellt werden, die Herstellung mit Hilfe von GVOs ist aber auch in der gentechnikfreien Produktion möglich.

Im Bio-Landbau gilt grundsätzlich das Verbot der Verwendung von GVO nach Artikel 9 der VO (EG) 834/2007 idgF.